Eine musikalische Herbstreise

Benefiz-Konzert am 26. Oktober 2009 in Braunschweig

 

Etwas mehr als einhundert musikalische Freunde der Drehorgelmusik haben sich zu einer Herbstreise des Drehorgelorchesters in unserer Kirche eingefunden.
Musik aus Unterhalltung und leichter Klassik sowie kurzweilige Gedichte und Geschichten luden zu einem Spaziergang durch den Herbst ein. Da war von köstliche Äpfeln und Nüssen die Rede (wobei mir schon das Wasser im Munde zusammen lief, da ich noch nichts gegessen hatte) und von Eichhörnchen, die in den Bäumen spielten. Mit ein bisschen Fantasie konnte man den Herbstwind spüren, die goldenen Blätter rascheln hören und sich den Nebel über den Wiesen vorstellen.

Als dann die "Annenpolka" von Johann Strauß gespielt wurde, fühlte ich mich direkt zum Tanz durch den Herbstwald eingeladen. Aber auch bei anderen musikalischen Stücken haben sich meine Beine und Hände selbständig gemacht. Wie konnte bei solcher Musik auch stillsitzen? Fest hatte ich mir vorgenommen, mir für diesen Artikel Notizen zu machen, damit ich auch nichts vergesse. Jedoch nach der Geschichte vom kleinen Fuchs, der sich auf die Suche nach einem Spielkameraden für lange Wintertage machte, verfiel auch ich in einen sinngemäßen "Winterschlaf". Ich habe einfach nur noch der Musik gelauscht und abgeschaltet. Die "Ballade pour Adeline", die Elisabeth-Serenade oder das Verde nach James Last luden einfach zum Träumen ein. Zu guter letzt, es durfte an diesem Abend auf keinen Fall fehlen, wurden wir allesamt an unsere Schulzeit erinnert: "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, in seinem Garten ein Birnbaum stand..." Kaum einer, der dieses Gedicht nicht kannte.

Die dargebotenen herbstlichen Impressionen brachten die Zuhörer teils zum Schmunzeln, teils zu Lachen, aber auch zum Nachdenken. Eine Geschichte jedoch beschäftigt mich auch jetzt beim Schreiben wieder: Sie handelt von Blättern, die von Bäumen herabfallen. Die Menschen trampeln auf ihrem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen darauf herum und niemand scheint Notiz davon zu nehmen. Es ist wie jeder Jahr im Herbst und von der Mutter Natur so vorgegeben, also für uns selbstverständlich. Es ist ja "nur" ein Blatt. Schenken wir den Schönheiten der Natur tatsächlich so wenig Aufmerksamkeit?  Laufen wir wirklich alle herum wie der Hase aus "Alice im Wunderland" auf der Suche nach der Zeit? Ich muss noch ein wenig darüber nachdenken und gehe nachher noch Laufen durch die Lehndorfer Wiesen und den herbstlichen Westpark. Sicherlich wurde an diesem Abend jeder gut unterhalten.
Martina Weferling im Oktober 2009